Weihnachtsansprache 2018

Quelle:
Weihnachtsansprache 2017
Seiner Majestät des Königs Willem-Alexander,
König der Niederlande

https://www.koninklijkhuis.nl/documenten/toespraken/2017/12/25/kersttoespraak-van-zijne-majesteit-de-koning-25-december-2017

„Ich verkünde euch große Freude, die dem ganzen Volk zuteil wird“, sagte der Engel zu den Hirten. Das war eine Proklamation an „alle Menschen“….. Weihnachten verbindet uns nachdrücklich.
Das ermutigt uns, darüber nachzudenken, wie wir selbst im Leben stehen. Ist es: jeder für sich selbst und Gott für uns alle? Oder haben wir eine aktive Rolle in einem größeren Ganzen? Und wenn ja, welche?
Es ist nicht immer einfach, an die Gemeinschaft zu glauben, die wir gemeinsam bilden. Überhaupt nicht in einem so vielfältigen Land wie dem unseren. Ein Land der freien Menschen, in dem die Antwort auf die Frage „Wer bin ich“ nie ganz mit der Antwort auf die Frage „Wer sind wir? zusammenfällt.
Wie können wir mit diesen Unterschieden ohne Gleichgültigkeit leben? Wenig attraktiv ist eine Gesellschaft, in der sich immer mehr Menschen in ihre eigenen Räume zurückziehen, ohne das gemeinsame Haus zu erkennen.
Es scheint immer schwieriger zu werden, sich im Alltag zu begegnen. Die Orte, an denen sich traditionell sehr unterschiedliche Menschen begegnen – Kirche, Büro, Café, Sportverein, Schule – verlieren zunehmend diese verbindende Funktion.
Unsere Kommunikation über das Internet bietet große Chancen, bietet aber nicht automatisch ein offenes Fenster zur Welt. Es ist oft schwierig, zwischen Fakten und Fake News zu unterscheiden.
Feine Nuancen und Empathie scheinen im Voraus zu verlieren und Twitter macht die Debatte manchmal bitter. Immer mehr Menschen ziehen es vor, ihre digitalen Türen geschlossen zu halten und nehmen nur Ideen zur Kenntnis, die das Gefühl und die Meinung ihrer Gruppe bestätigen.
Bei all dem kann etwas Wesentliches verloren gehen => Neugierde
Neugierde auf die Welt hinter den Kulissen. Darüber höre ich viel in Gesprächen mit Menschen, die sich freiwillig engagieren. Sie sehen, wie ihre Welt im Kontakt mit Fremden größer wird. Oftmals scheint es viele Gemeinsamkeiten zu geben.
Vielleicht ist dies der Anfang einer Antwort. Nicht auf der Suche nach einem breiteren Selbst, sondern nach einem größeren.
Diese Suche nach einem größeren Menschen war schon immer eine treibende Kraft in der Geschichte unseres Landes und unserer Demokratie. Es ist nicht einfach. Es geht oft mit Stößen und Unebenheiten einher und erfordert Menschen, die gegen die Unterdrückung vorgehen.
„Nur durch Überzeugung haben wir Fuß für Fuß Boden gut gemacht, bis die Angst vor dem Neuen endlich aufgeben musste.
Fuß für Fuß (Schritt für Schritt). So entstehen Verbesserungen. So können wir umso größer werden. Nicht nur in der Welt und in unserem Land, sondern auch ganz nah an der Heimat.
Das alte Weihnachtslied lässt kein Missverständnis darüber aufkommen, dass wir zusammengehören und verbunden sind.
Zu Weihnachten erscheint uns etwas sehr Großes als etwas sehr Kleines. Ein Kind wird geboren. Ein Kind, doch ohne Worte, ohne Schuld, ohne Wut und ohne Misstrauen. Es gibt uns einen Neuanfang. Unser eigenes Leben ist in einen größeren Kontext von Hoffnung und Frieden eingebettet, in dem wir selbst eine, wenn auch kleine, Rolle zu spielen haben.
Ich wünsche euch allen – wo immer ihr seid und wie auch immer eure persönlichen Umstände sein mögen – ein gesegnetes Weihnachtsfest.

Stefan Hock
1. Vorsitzender

Werbeanzeigen