Freie Wähler üben Schulterschluss

Verkehr ist das große Thema der Zeit. Die Spitzen der drei Vereine der Freien Wähler aus Ubstadt-Weiher, Kraichtal und Bruchsal haben die überregionale Bedeutung dieses Themas erkannt und arbeiten an einer gemeinsamen Strategie. Ein erstes Treffen der Fraktionen und Vereinsführungen der Freien Wähler der drei Gemeinden fand in Weiher statt. Die gut zwanzig Lokalpolitiker diskutierten die regional wirkenden Verkehrssituationen auf der Grundlage aktueller Expertisen.

Das erste große Projekt ist die Entlastung der Menschen, die unter dem Ost-West-Verkehr der B35 und B35 Nord leiden. Betroffen sind die Bruchsaler an der B35 und auch im Norden der Stadt wegen der fehlenden Fortsetzung der B35 Nord Richtung Osten, die Ubstadter an der B3 und vor allem die Unteröwisheimer. Dort ist der Leidensdruck am größten, und deshalb warb insbesondere Peter Buchart, Vereins- und Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler Kraichtal für eine neue Straße als Fortsetzung der B35 Nord bis zum Kreisel bei Oberacker.

Manfred Prestel, Verkehrsexperte der FWV Ubstadt-Weiher und Mitglied des Gemeinderats erläuterte die Problempunkte des Straßenverkehrs in Ubstadt-Weiher über die B35 Nord hinaus. Die Belastung der Bürger an der B3, vor allem in Stettfeld, die Zeuterner Straße in Stettfeld ohne Aussicht auf eine schnelle Lösung und die Hoffnung auf die K3575, deren Fortführung in Bad Schönborn leider noch auf sich warten lässt. Es sei Zeit, sich von punktuellen Betrachtungen zu lösen und weiträumigere Zusammenhänge bei Entscheidungen mit einzubeziehen. So käme eine Sperrung gleich welcher Straße in West-Ost-Richtung für den Schwerlastverkehr nicht in Frage, denn die Entlastung der einen führe unweigerlich zu einer Mehrbelastung einer anderen Straßenverbindung und deren Anwohner.

In Bruchsal sei die Weiterführung der B35 Nord derzeit kein Thema hoher Priorität, so der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im Bruchsaler Gemeinderat Roland Foos. Allerdings würde eine Fortführung der Straße für die Stadt an vielen Ecken spürbare Entlastungen bringen, nicht nur in der Innenstadt, auch Heidelsheim und Helmsheim würden mit der von den freien Wählern neu eingebrachten Trasse endlich die ersehnte Entlastung bekommen. Insofern schätze er die Initiative der Freien Wähler Kraichtals und Ubstadt-Weihers sehr. Die finanziellen Nöte der betroffenen Gemeinden zwängen aber, unbedingt das Land oder den Bund mit ins Boot zu holen. Schnelligkeit sei angesagt, denn das Projekt müsse unbedingt bis 2013 in die Verkehrswegeplanung, ansonsten sei eine Realisierung bis 2025 nicht machbar.

Die Freien Wähler sind jedenfalls entschlossen, eine Entlastung für die betroffenen Gemeinden herbeizuführen. „Wir werden nicht nachlassen, auch weitere Gemeinden mit ins Boot zu holen“, so Buchart. Aus Bretten seien auch konkrete Signale zu vernehmen, denn auch Bretten würde durch die Entlastung der B35 viel gewinnen. Die Vertreter der drei Vereine der Freien Wähler werden die Verkehrsprojekte in ihren Ortschaften jedenfalls weiter vorantreiben und sich gegenseitig unterstützen.

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